Happy New Year!

Fast perfekt ausgerüstet machten wir uns also am letzten Tag des letzten Jahres auf den Weg zum Zug. Der hatte Gott sei Dank Verspätung, denn ansonsten hätten wir unsere Tickets vergessen! Tja, das kommt davon, wenn man eine Wunderlist Checklist erstellt, beim Fortgehen aber dann nicht alles nochmal durchcheckt! Auf alle Fälle bin ich dann nach Hause gehastet ?. Und wieder zurück zum Bahnhof ?. Dort hat mir Xhris dann gesagt, dass alle 7 min ein Zug fährt ?. Aber gut, kein Problem.

Dann fuhren wir also gleich mit dem nächsten Schnellzug nach Victoria und machten uns von dort aus auf den Weg nach Waterloo. Alles Problemlos. Wir waren schon vor 20:00 dort und obwohl man nicht vor 20:30 dort sein sollte warteten dort schon einige auf den Einlass. Wir stellten uns an und bald konnten wir hineingehen. Alles toll geregelt und kein Problem. Einmal noch eines der 40 Dixi-Klos testen und bald schon fanden wir unsere Stehplatz, erste Reihe und voll im Wind. Den galt es nun zu verteidigen – Stunde um Stunde um Stunde. Ja, wir standen 4 Stunden lang auf der Brücke, während ihr wahrscheinlich gemütlich Spiele spieltet, Schokobrunnen zum Fließen brachtet und eure Bäuche mit Fondue vollschlugt. Wir unterhielten uns mit einem Inder, der sich das Feuerwerk seit Jahren schon im Fernsehen ansah, tranken Tee, Kaffee und aßen ein paar Kleinigkeiten. Allerdings keine Süßigkeiten, das waren uns die eingefrierenden Finger nicht wert. Ansonsten konnten wir uns aber überhaupt nicht beschweren – völlig trocken und sternenklar war die Nacht!

Und dann endlich, das lang erwartete Feuerwerk! Ich konnte es kaum fassen, dass es tatsächlich ENDLICH angefangen hatte. Das London Eye wurde völlig verraucht und die Luft wurde stickig. Und nach 10 min machten sich dann alle paar hundert tausend Leute wieder auf den Heimweg. Und standen stundenlang auf den Straßen herum, weil einfach alle weg wollte. Sie lotsten uns auf Umwegen zur Waterloo Station. Der Weg war bestens beschildert und alles top organisiert. Von den Terrassen und aus den Fenstern sahen ein paar Schaulustige dem Spektakel zu. Pferde wurden zur Absperrung genutzt (schräg stehen heißt bleib stehen). Die meisten Leute waren auch sehr geduldig, schubsten nicht und ließen ein wenig Platz, sodass es kein Gequetsch wurde. Im Großen und Ganzen war es nur eine Kultur welche die Regeln als nicht für sie selbst gemacht zu ansah. Man sah es ihnen auch gleich an, sie schubsten und stößten unnütz, gingen durch die Absperrung und man war bestens beraten ihnen einfach auszuweichen. Ausschreitungen gab es allerdings keine (zumindest sahen wir keine), der Polizeiaufmarsch war aber auch wirklich groß und der Alkoholkonsum scheinbar ziemlich gering – wir sahen keinen einzigen Menschen wanken.

Dank künstlicher Verengungen schafften sie es dann sogar, dass am Bahnhof kein Gedränge war und die U-Bahnen ? auch nicht überfüllt waren. Zudem waren die Öffis um die Zeit gratis, sodass keiner seine Oyster-Card raussuchen musste, sondern zügig und ungehindert durch die offenen Schranken spazieren konnte.

Als wir dann also die Waterloo Station endlich erreicht hatten, gestaltete sich die Heimreise sehr angenehm. Um 3:18 waren wir endlich zu Hause und nach einer verschlafenen Dusche ? empfing uns unser schon fast vereinsamtes Bettchen ? mit dem kuscheligsten Vergnügen.

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2 Responses

  1. Maria sagt:

    Tja, das ist ne tolle Geschichte, das muss man nur einmal erleben, denk ich mir. Das Feuerwerk sieht unter freiem Himmel sicher toll aus, doch stundenlang frieren würde ich vielleicht dafür doch nicht wollen. Auf You Tube sieht man auch ein bisschen was.?. Aber wie sagt man so schön „dabei sein ist alles“ Trifft das hier zu? Ihr könnt aber jetzt sagen, „das haben wir schon live erlebt“.

    • angi sagt:

      Jap, genauso ist es. Wobei ein Arbeitskollege von mir in der blauen Zone gestanden ist und total davon geschwärmt hat, dass das so schön war und er noch nie so ein tolles Feuerwerk gesehen hat. Und das obwohl er meist doch eher über Dinge nörgelt und nicht so schnell mal von was begeistert ist…

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